reflections

4. Tag: nicht so ganz freiwilliges Date!

Ich hatte heute ein Date. Das war ein nicht so ganz freiwilliges Date, aber immerhin das erste Date dieses Jahr. „Ein nicht so ganz freiwilliges Date“ klingt genauso bescheiden wie „ein bisschen Frieden“ oder „ein bisschen schwanger“. Aber das ist so! Nehmen wir mal Hugh Hefner. Seine Bunnies haben immer nicht so ganz freiwillige Dates mit ihm, weil keine aus freien Stücken ihn daten würde, wenn er nur ein alter Mann wäre ohne den Playboy hinter sich zu haben. In ihrem Fall ist der ausschlaggebende Grund Geld und Bekanntheit. In meinem war es die Tatsache, dass der Mann mir ins Auto gelaufen ist, also streng genommen habe ich ihn angefahren. Wenn man vor die Wahl gestellt wird Polizei oder Date, entscheidet man sich für das kleinere Übel. Hätte ich zu der frühen Morgenstunde nur gewusst, dass die Polizei das kleinere Übel ist , wäre ich das nicht so ganz freiwillige Date nie eingegangen.

Um den Schaden zu minimieren, habe ich Dennis, so heißt der Mann der mir ins Auto gelaufen ist, dann ein Mittagessen gleich paar Stunden nach der Misere vorgeschlagen. Dennis gehört zu den Männern die an einen Hobbit erinnern. So wie Meriadoc Brandybock aus Herr der Ringe. Allemal niedlich, aber als Datingmaterial unbrauchbar. Uns so trafen wir uns vor dem Lokal, einem kleinen Café im Westen Frankfurts und setzten uns schweigend an den Tisch. Wir bestellten und aßen, ebenfalls schweigsam, nebeneinander her. Meine Gedanken rasten umher und suchten eine Ausrede jedes weitere Treffen zu umgehen. Doch mir fiel einfach nichts ein. Das Café war leer. Es war so still, dass ich ihn atmen hörte und wir unterbrachen diese Stille nicht. Wir hatten einander einfach nichts zu sagen und so versuchte er es nach dem Essen zum Espresso mit der Körpersprache. Er legte mir einfach seine Hand auf den Oberschenkel. Und genau in diesem Moment erledigte für sich für mich das weitere Nachdenken. Ich war ihm so dankbar und so glücklich darüber, dass ich mir mein Lächeln unterdrücken musste, als ich ihn lauthals beschimpft habe, was er sich denn einbilde.

Männer beweisen ab und an irrsinnigen Mut. Ich kann nicht sagen ob sie einfach nur lebensmüde sind oder sich des Risikos gar nicht bewusst. Sie beweisen ab und an richtig Eier! Sie lassen sich von uns anfahren, anschreien und zahlen dann auch noch unsere Rechnung fürs Mittagessen und entschuldigen sich für ihr Verhalten. Ich dagegen bin feige. Zu feige einem Hobbit einfach ins Gesicht zu sagen, dass er eigentlich gar nicht mein Ding ist. Man könnte sagen, dass ich zurecht eierlos bin.

Aber das macht nichts, denn kleine Sünden werden gleich bestraft. Und so rutschte ich auf dem Weg zur Arbeit auf der glatten Straße aus und zerriss meine Lieblings-Jeans! Aber auch hier kein Bollywood/Hollywood-Moment, denn es kam nicht der zukünftige Traummann, der mich aufhob und tröstete.

Bilanz: Zerrissene Jeans, aufgeschlagenes Knie und schlechte Laune. Traummann nicht in Sicht!

6.1.11 18:43

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


diva (6.1.11 21:36)
Schön das ich nicht die einzige war die an diesem Tag ausgerutscht ist auf dem Weg zur Arbeit

Bitte ganz dringend weiterschreiben. Und einfach beim nächsten Mal einen hübschen Kerl anfahren, vielleicht klappt es ja dann


(24.1.11 01:32)
Und wie gehts weiter?? Ich les doch so tapfer und nichts passiert...


Eiskönigin (24.1.11 01:32)
Mach mal hinne, Mausi :-)

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